SCAMPER
SCAMPER ist eine Technik zur Ideenfindung, die einem bestehenden Objekt nacheinander sieben Fragen stellt: einem Produkt, einem Prozessschritt, einem Formular oder einer Regel. Jeder Buchstabe benennt eine Operation an diesem Objekt: substituieren, kombinieren, adaptieren, modifizieren, anders verwenden, eliminieren, umkehren. Bob Eberle bildete das Akronym 1971 aus der Fragenliste, die Alex Osborn 1953 veröffentlicht hatte. Die Gruppe oder der Analyst hält jede Variante unter dem Buchstaben fest, der sie hervorgebracht hat, und sortiert die Liste danach nach Kriterien, die vor der Sitzung feststehen. Das Ergebnis ist diese sortierte Liste, in der jede Variante ihren Buchstaben und ihren Entscheid trägt.
Ziel
SCAMPER liefert Varianten eines bestehenden Objekts. Das Brainstorming stellt eine offene Frage und überlässt es der Gruppe, ihre Blickwinkel selbst zu finden. SCAMPER gibt die Blickwinkel vor: sieben Fragen, allen Teilnehmenden in derselben Reihenfolge gestellt. Die zurückhaltende und die redegewandte Person arbeiten zur selben Zeit an derselben Frage, und das Ergebnis hängt weniger davon ab, wie leicht jemand spricht.
Die Technik bereitet die Wahl vor, wie sich das Objekt weiterentwickelt: welcher Schritt wegfällt, welches Werkzeug ersetzt wird, welche Regel sich umkehrt. Diese Wahl trifft sie nicht. Die sortierte Liste fliesst in eine Entscheidungsmatrix oder eine multikriterielle Entscheidungsanalyse, und die übernommene Variante durchläuft oft einen Prototyp.
Eberle entwarf SCAMPER als Spiel, das die Vorstellungskraft von Kindern fördern sollte. Das Akronym musste sich im Unterricht einprägen. Eine Gruppe Erwachsener merkt sich die sieben Wörter in einer Minute, ohne vorherige Schulung in Kreativität.
Einsatz
Wann einsetzen
- Ein Produkt, ein Prozess oder ein Formular besteht und soll sich weiterentwickeln: Das Objekt liefert den Stoff, den jeder Buchstabe verwandelt.
- Übergang vom Ist- zum Soll-Prozess: Die sieben Buchstaben liefern Kandidaten für jeden Schritt der Prozessanalyse.
- Gemischte oder in kreativen Workshops ungeübte Gruppe: Alle erhalten dieselbe, vorab formulierte Frage.
- Ein Brainstorming gerät ins Stocken: Ein Buchstabe, auf die meistgenannte Idee angewendet, bringt den Ideenfluss wieder in Gang.
- Ein Analyst arbeitet allein und unter Zeitdruck: Er füllt das Raster in einer halben Stunde aus, ohne Workshop.
- Verteiltes Team: sieben Spalten auf einem gemeinsamen Board, auf dem alle in die laufende Spalte schreiben.
- Vorgesetzte im Raum: Der Buchstabe E fragt, was wegfallen kann. So muss niemand diese Frage im eigenen Namen stellen.
Wann nicht einsetzen
- Es gibt noch kein Objekt: Es fehlt der Stoff zum Verwandeln. Optionen mit einem Brainstorming sammeln.
- Wer eine Eigenschaft verbessert, verschlechtert eine andere: Die Varianten verschieben den Zielkonflikt, statt ihn aufzulösen. Den Widerspruch mit TRIZ lösen.
- Der ganze Lösungsraum muss sichtbar sein: SCAMPER verändert ein einziges Objekt. Einen morphologischen Kasten aufstellen.
Beschreibung
Von Osborn zu Eberle
Alex Osborn veröffentlicht 1953 in Applied Imagination Fragen, die aus einem bestehenden Objekt Ideen hervorgehen lassen. Seine Liste umfasst neun Rubriken, die das Institute for Manufacturing der University of Cambridge wiedergibt. Bob Eberle verdichtet sie 1971 in SCAMPER: Games for Imagination Development auf sieben Buchstaben. 1972 stellt er die Technik im Journal of Creative Behavior vor und führt sie dort auf Osborns Fragen zurück. Gruppierung und Akronym stammen von Eberle. Den Buchstaben E gewinnt er aus der Frage Omit?, die Osborn unter der Rubrik Minify führt.
| Rubrik bei Osborn | Buchstabe bei Eberle (1971) |
|---|---|
| Substitute | S, substituieren |
| Combine | C, kombinieren |
| Adapt | A, adaptieren |
| Modify, Magnify, Minify | M, modifizieren |
| Other uses | P, anders verwenden |
| keine Rubrik; die Frage Omit? steht unter Minify | E, eliminieren |
| Rearrange, Reverse | R, umkehren |
Die Buchstaben bleiben die des englischen Akronyms. Die deutschen Verben für S, C, A, M und E behalten den Anfangsbuchstaben. Bei P und R weicht das deutsche Verb ab: Aus put to other uses wird anders verwenden, aus reverse umkehren.
Die sieben Fragen
Der Moderator passt die Formulierungen der Tabelle vor der Sitzung an das Objekt an. So können die Teilnehmenden antworten, ohne sie deuten zu müssen.
| Buchstabe | Operation | Fragen an das Objekt |
|---|---|---|
| S | Substituieren | Was lässt sich ersetzen: ein Material, ein Werkzeug, ein Schritt, ein Akteur, eine Regel? Wodurch? |
| C | Kombinieren | Was lässt sich mit einem anderen Schritt, Produkt oder Service zusammenlegen? Welche Erfassungen sind doppelt? |
| A | Adaptieren | Wo ist dieses Problem schon gelöst, in einer anderen Abteilung oder einer anderen Branche? Was lässt sich von dort übernehmen? |
| M | Modifizieren | Was geschieht, wenn man vergrössert, verkleinert, beschleunigt oder streckt? Wenn sich Häufigkeit, Schwelle oder Form ändern? |
| P | Anders verwenden | Wer könnte das Objekt so, wie es ist, sonst noch nutzen? Was lässt sich aus dem gewinnen, was es bereits erzeugt? |
| E | Eliminieren | Was lässt sich ganz streichen? Was hält auch ohne dieses Element? |
| R | Umkehren | Was, wenn die Reihenfolge der Schritte umgekehrt wäre? Wenn die Rollen tauschten oder der Fluss die Richtung wechselte? |
E und R liefern die Varianten, die sich am weitesten vom Objekt entfernen, weil eine Gruppe diese Fragen nicht von sich aus stellt. Eine gewöhnliche Sitzung schlägt vor, etwas hinzuzufügen; E fragt, was wegfallen kann. Eine eingespielte Reihenfolge bleibt bestehen, weil es immer so war; R fragt nach ihrem Gegenteil.
Eine Sitzung durchführen
Ein einziges Objekt benennen. Das Objekt ist genau umrissen und existiert: "das Spesenformular", nie "unsere HR-Prozesse". Der Moderator schreibt es oben auf die Unterlage. Ein breites Objekt liefert Varianten, die sich bei der Auswertung nicht vergleichen lassen. Der Moderator teilt ein breites Thema in Teile und macht pro Teil eine Runde. Drängt sich das Objekt nicht auf, bestimmt es die Problemformulierung.
Ziel und Auswertungskriterien festlegen. Das Ziel sagt, was die Variante verbessern soll: eine Durchlaufzeit, Kosten, eine Fehlerquote. Meist genügen zwei Kriterien: Wirkung und Aufwand. Die Gruppe legt sie vor der Runde fest. Eine Gruppe, die sie erst bei der Auswertung erfindet, handelt sie unter Zeitdruck aus.
Die sieben Buchstaben einzeln durchgehen. Der Moderator liest die Frage des laufenden Buchstabens vor. Alle Teilnehmenden schreiben zwei oder drei Minuten lang still ihre Varianten auf und lesen sie danach der Gruppe vor. Das gleichzeitige Schreiben verhindert, dass eine Person spricht, während die anderen warten. Der Moderator hält die Zeit und schlägt selbst keine Varianten vor, um die Gruppe nicht zu lenken. In der Praxis passen vier bis acht Teilnehmende in diesen Rhythmus. Bei mehr als acht bildet der Moderator zwei Gruppen zum selben Objekt und führt ihre Listen bei der Auswertung zusammen. Fünf bis acht Minuten pro Buchstabe ergeben eine Runde von fünfunddreissig Minuten bis zu einer Stunde. Die Gruppe geht alle Buchstaben in einer vorab festgelegten Reihenfolge durch; die des Akronyms ist am einfachsten einzuhalten.
Jede Variante unter ihrem Buchstaben festhalten. Die teilnehmende Person formuliert ihre Variante als Änderung am Objekt, mit einem Verb und dem, was sich ändert: "Visum des Vorgesetzten unter CHF 300 streichen" statt "weniger Kontrollen". Der Moderator platziert sie am Whiteboard unter ihrem Buchstaben. Der Buchstabe bleibt bis zum Ergebnis an der Variante. So findet auch jemand, der nicht an der Sitzung war, die Frage, die sie hervorgebracht hat.
Auswerten, in einem eigenen Schritt. Die Auswertung beginnt, wenn der siebte Buchstabe abgeschlossen ist. Die Gruppe führt Doppelte zusammen, denn dieselbe Massnahme erscheint oft unter zwei Buchstaben. Sie bewertet jede Variante nach den Kriterien und stuft sie ein: übernommen, zu prüfen oder verworfen, mit Begründung. Für eine schnelle Auswertung genügt ein Dot voting. Eine Entscheidungsmatrix passt, wenn die Kriterien gewichtet sind.
Jeder übernommenen Variante eine Fortsetzung geben. Jede erhält eine verantwortliche Person und einen nächsten Schritt: eine zu prüfende Hypothese, einen Prototyp oder eine Kosten-Nutzen-Analyse.
Bestehendes Objekt
ein Produkt, ein Prozessschritt, ein Formular oder eine Regel
ein Buchstabe nach dem anderen
- 1SSubstituierenWas ersetzen?
- 2CKombinierenWas zusammenlegen?
- 3AAdaptierenWo schon gelöst?
- 4MModifizierenGrösser, kleiner, öfter?
- 5PAnders verwendenWer sonst nutzt es?
- 6EEliminierenWas streichen?
- 7RUmkehrenReihenfolge umkehren?
Liste der Varianten, jede mit ihrem Buchstaben markiert
Ziel und Kriterien vor der Runde festgelegt
Auswertung
- Doppelte zusammenführen
- nach Kriterien bewerten
- einstufen: übernommen, zu prüfen, verworfen
sortierte Liste der Varianten
Die Fallen
Die häufigste Falle ist das unscharfe Objekt. "Den Empfang verbessern" enthält weder einen Schritt zum Streichen noch einen Akteur zum Ersetzen. Jeder Buchstabe liefert dann einen Wunsch statt einer Variante. Der Test: Kann eine teilnehmende Person das Objekt zeigen, auf einem Bildschirm, auf einem Plan oder in einem Ordner?
Bei der unvollständigen Runde überspringt die Gruppe die Buchstaben, die scheinbar nicht passen, fast immer E und R. Ein Buchstabe ohne Ergebnis kostet fünf Minuten. Die Gruppe geht danach zum nächsten über, ohne eine Antwort zu erzwingen.
Der Zuordnungsstreit beschäftigt die Gruppe mit der Frage, ob eine Variante zu S oder zu M gehört. Der Buchstabe regt Ideen an und ordnet sie nicht ein. Der Moderator platziert die Variante unter dem Buchstaben, bei dem sie entstanden ist. Die Auswertung führt zusammen, was sich überschneidet.
Urteilen während der Runde stoppt den Ideenfluss wie im Brainstorming. Der Moderator notiert "Die interne Kontrolle akzeptiert das nie" auf einem separaten Blatt. Die Bemerkung kommt bei der Auswertung zurück, wo sie zum Kriterium oder zum Grund für ein Verwerfen wird.
Die vergessene Auswertung kostet am meisten. SCAMPER liefert unrealistische Varianten neben guten. Ein Gremium liest eine unsortierte Liste als Reihe von Vorschlägen, hinter denen die Gruppe steht, obwohl sie keinen davon bewertet hat.
Eine Gruppe, die eine disruptive Innovation erwartet, wird enttäuscht: SCAMPER verwandelt das bestehende Objekt, und seine Varianten bleiben nahe daran.
Verwandte Techniken
| Technik | Was sie verändert | Wann sie SCAMPER vorzuziehen ist |
|---|---|---|
| Brainstorming | Den Blickwinkel: Die Gruppe beantwortet eine offene Frage und findet ihre Blickwinkel selbst. | Es gibt noch kein Objekt. |
| Sechs Denkhüte | Die Haltung der Gruppe. Das Objekt bleibt unverändert. | Die Gruppe soll einen Vorschlag aus mehreren Blickwinkeln prüfen, ohne Varianten davon zu erzeugen. |
| Annahmenumkehr, Teil des kreativen Denkens | Eine Überzeugung über das Objekt. Der Buchstabe R kehrt das Objekt selbst um: die Reihenfolge, die Rollen, die Richtung eines Flusses. | Eine gemeinsame Überzeugung blockiert die Gruppe, zum Beispiel "Die Kundschaft wird nie online bezahlen". |
| Analogiedenken, Teil des kreativen Denkens | Den Ausgangspunkt: ein Gebiet, das dem Problem fremd ist. Der Buchstabe A übernimmt eine Lösung, die anderswo für dasselbe Problem existiert. | Weder eine andere Abteilung noch eine andere Branche hat das Problem gelöst. |
| Vuja-de | Den Blick auf ein vertrautes Objekt, das das Team betrachtet, als wäre es neu. | Vorgelagert: Das Team sieht nicht mehr, was nicht stimmt. Das Ergebnis kann zum Objekt einer SCAMPER-Runde werden. |
| Kill a stupid rule | Die internen Regeln, die die Gruppe benennt und infrage stellt. | Vorgelagert: Die Gruppe sucht die Regel, die blockiert. Diese Regel kann zum Objekt einer SCAMPER-Runde werden. |
| TRIZ | Den Widerspruch zwischen zwei Eigenschaften des Objekts. | Jeder Gewinn bei einer Eigenschaft verschlechtert eine andere. |
| Morphologischer Kasten | Das ganze Objekt, zerlegt in Parameter, deren Kombinationen er vollständig durchgeht. | Der ganze Lösungsraum muss sichtbar sein. |
KI-Überlegungen
Ein Sprachmodell wendet die sieben Buchstaben auf ein in wenigen Zeilen beschriebenes Objekt an und liefert in einer Minute ein Raster. SCAMPER ist eine Liste von Anweisungen, die ein Modell befolgt, ohne bei einem Buchstaben zu ermüden. Der Analyst allein erhält ein erstes Raster, das er ergänzt und korrigiert. In der Sitzung belebt der Moderator einen Buchstaben, der nichts liefert, mit zwei oder drei Varianten des Modells neu und kennzeichnet sie als solche.
Bei der Auswertung erkennt das Modell Varianten, die dieselbe Massnahme unter zwei Buchstaben beschreiben. Es schlägt eine gemeinsame Formulierung vor; die Gruppe bestätigt die Zusammenführung.
Das Modell kennt die betrieblichen Rahmenbedingungen nicht: das interne Reglement, den Gesamtarbeitsvertrag (GAV), das bestehende Buchhaltungssystem. Eine Variante, die dagegen verstösst, wirkt ebenso plausibel wie eine umsetzbare. Nur die Auswertung nach den Kriterien der Gruppe trennt sie.
Das Modell vertritt keine Variante: Niemand im Raum verteidigt eine Idee, die das Modell geschrieben hat. Wer diese Idee als Ergebnis der Gruppe ausgibt, verfälscht das Mass der Zustimmung.
Wer einen internen Prozess einem öffentlichen Modell beschreibt, legt dessen Beträge, Beteiligte und manchmal Personendaten offen, die das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) regelt. Der Analyst beschreibt das Objekt ohne echte Namen und Zahlen. Ein Anbieter, der echte Daten im Auftrag der Organisation bearbeitet, ist Auftragsbearbeiter im Sinne von Art. 9 DSG: Die Organisation überträgt ihm diese Bearbeitung mit einem Vertrag, der diesem Artikel entspricht.
Beispiele
Das Objekt ist die Spesenrückerstattung in einem Waadtländer KMU mit 120 Mitarbeitenden. Das Ziel ist, die Dauer bis zur Rückerstattung zu verkürzen; die Kriterien sind die Wirkung auf diese Dauer und der Umsetzungsaufwand. Vor der Runde vereinbart die Gruppe eine Regel für die Auswertung. Sie verwirft, was die Dauer nicht verkürzt. Was hohen Aufwand verlangt, stellt sie zur Prüfung. Den Rest übernimmt sie.
| Buchstabe | Gestellte Frage | Variante | Wirkung auf die Dauer | Aufwand | Entscheid |
|---|---|---|---|---|---|
| S | Was lässt sich ersetzen? | Foto des Belegs, mit dem Mobiltelefon aufgenommen und der Erfassung beigefügt, anstelle des Papieroriginals | Mittel | Gering | Übernommen: Der Versand der Originale entfällt. Die Treuhand muss sich zur Aufbewahrung der Belege äussern |
| C | Was lässt sich zusammenlegen? | Reiseantrag und Spesenabrechnung in einem einzigen Dossier, vor der Reise eröffnet und nach der Rückkehr abgeschlossen | Mittel | Hoch | Zu prüfen: hängt vom HR-Tool ab |
| A | Wo ist das Problem schon gelöst? | Tagespauschale für Mahlzeiten auf Reisen, ohne Beleg, übernommen aus dem Reglement, das das Verkaufsteam bereits anwendet | Mittel | Gering | Übernommen: Das Reglement besteht bereits |
| M | Was, wenn sich die Häufigkeit änderte? | Wöchentliche Rückerstattung statt Auszahlung mit dem Lohn | Hoch | Mittel | Übernommen: Die Dauer sinkt auf höchstens eine Woche |
| M | Was, wenn sich die Schwelle änderte? | Visum des Vorgesetzten erst über CHF 300 verlangt | Hoch | Gering | Mit der Variante E zusammengeführt, die dieselbe Massnahme beschreibt |
| P | Wer könnte es sonst noch nutzen? | Reisedaten, weiterverwendet für die CO2-Bilanz und für die Verhandlung von Hoteltarifen | Keine | Mittel | Für dieses Ziel verworfen, an die Einkaufsleitung weitergegeben |
| E | Was lässt sich streichen? | Visum des Vorgesetzten unter CHF 300 gestrichen, ersetzt durch eine Stichprobenkontrolle der Buchhaltung bei 10% der Abrechnungen | Hoch | Gering | Übernommen: Das Warten auf das Visum entfällt bei kleinen Beträgen |
| R | Was, wenn sich die Rollen umkehrten? | Die Buchhaltung erstellt die Abrechnung aus den Auszügen der Firmenkarte; die mitarbeitende Person bestätigt sie | Hoch | Hoch | Zu prüfen: setzt eine Karte für jede reisende Person voraus |
| R | Was, wenn sich die Reihenfolge umkehrte? | Pauschaler Vorschuss vor der Reise, nach der Rückkehr abgerechnet | Keine | Mittel | Verworfen: verschiebt die Dauer, ohne sie zu verkürzen, und schafft einen Saldo, der auszugleichen ist |
Visualisierungen
Das Ergebnis, eine Liste von Varianten mit ihrem Buchstaben und ihrem Entscheid, passt in Zeilen und Spalten: eine HTML-Tabelle, die man später nachschlagen und sortieren kann. Osborns Rubriken neben Eberles Buchstaben und die verwandten Techniken passen ebenfalls in Tabellen.
Eine Tabelle zeigt nicht, wie die Sitzung ihre Elemente verbindet. Das Objekt ist mit jedem der sieben Buchstaben verbunden, deren Fragen die Gruppe nacheinander stellt; kein Buchstabe erhält das Ergebnis des vorherigen. Alle speisen ihre Varianten in eine einzige Liste. Die Auswertung folgt nach dem siebten Buchstaben und erhält als einzige die vorab festgelegten Kriterien. Diese Verbindungen verlangen ein Diagramm.
Aufwand
| Phase | Niveau | Begründung |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Gering | Das Objekt benennen, die sieben Fragen anpassen, Ziel und zwei Kriterien festlegen. Eine Stunde für den Moderator. |
| Durchführung | Gering bis mittel | Fünfunddreissig Minuten bis eine Stunde für die sieben Buchstaben, dreissig Minuten für die Auswertung. Allein füllt der Analyst das Raster in einer halben Stunde aus. |
| Dokumentation | Gering | Eine Tabelle mit sechs Spalten: Buchstabe, Frage, Variante, Wirkung, Aufwand, Entscheid. Der Aufwand hängt von der Technik ab, welche die übernommenen Varianten aufnimmt. |
Werkzeuge
Ein Whiteboard mit sieben Spalten und ein Block Haftnotizen genügen. Mit einer Notiz pro Variante lässt sich jede Variante bei der Auswertung verschieben. Die teilnehmende Person schreibt den Buchstaben in eine Ecke der Notiz: So bleibt er nach dem Umgruppieren lesbar. Sieben Karten mit je einem Buchstaben und seinen Fragen, einzeln aufgedeckt, halten die Gruppe beim laufenden Buchstaben.
Digitale Whiteboards wie Miro, Mural, Conceptboard oder Microsoft Whiteboard übernehmen die sieben Spalten für ein verteiltes Team und lassen alle gleichzeitig schreiben. Für eine Schweizer Organisation bestimmt der Speicherort der Daten die Wahl, sobald das Objekt ein interner Prozess ist. Für die Auswertung genügt eine Tabellenkalkulation: eine Spalte für den Buchstaben, eine pro Kriterium, ein Filter auf den Entscheid.
Quellen
- Eberle, R. F., "Developing Imagination Through Scamper", The Journal of Creative Behavior 6(3), 1972, S. 199-203, DOI 10.1002/j.2162-6057.1972.tb00929.x: der Artikel des Urhebers, der die Technik auf Osborns Fragen zurückführt. SCAMPER ist die Methode eines einzelnen Autors; kein Wissensstandard der Business Analyse oder des Projektmanagements beschreibt sie.
- Osborn, A. F., Applied Imagination: Principles and Procedures of Creative Problem Solving, Charles Scribner's Sons, 1953: die Fragenliste, aus der Eberle das Akronym gewonnen hat.
- Institute for Manufacturing, University of Cambridge, "Osborn's checklist": die neun Rubriken von Osborns Liste und ihr Bezug zu SCAMPER.

