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Techniken-Toolbox
Gantt-Diagramm mit vier Vorgängen und zwei Meilensteinen über zwölf Wochen, Stichtag am Ende der Woche 6. Die Parametrierung, deren Basisplan in Woche 7 endet, endet im aktualisierten Terminplan in Woche 8; die Abnahmetests rücken von den Wochen 8 bis 10 auf die Wochen 9 bis 11, und die Raute der Inbetriebnahme rückt vom Ende der Woche 10 auf das Ende der Woche 11.

Gantt-Diagramm

Das Gantt-Diagramm zeigt den Terminplan eines Projekts auf einer Zeitachse. Jeder Vorgang belegt eine Zeile. Sein Balken beginnt am Anfangstermin, und seine Länge gibt die Dauer an. Rauten markieren die Meilensteine, Pfeile verbinden abhängige Vorgänge. Während des Projekts zeigt ein Basisplanbalken die genehmigten Termine, ein schattierter Teil den Fortschritt. Das Diagramm zeigt Termine an, welche die Berechnung des Netzplans ergeben hat; selbst berechnet es keinen. Der Name stammt aus dem Titel eines Buches von Wallace Clark, das 1923 erschien. Clark hatte mit dem Ingenieur Henry Gantt zusammengearbeitet, dessen Diagramme Tag für Tag die zugesagte mit der geleisteten Arbeit verglichen.

Ziel

Das Glossar des PMBOK Guide definiert das Gantt-Diagramm als Balkendiagramm: die Vorgänge auf der senkrechten Achse, die Termine auf der waagrechten, jede Dauer als Balken zwischen ihrem Anfangs- und ihrem Endtermin.

Das Diagramm macht einen Terminplan für jene lesbar, die ihn nicht erstellt haben. Auftraggeber, Lenkungsausschuss, Teams und Lieferanten lesen auf derselben Seite, wer woran arbeitet, in welcher Reihenfolge und bis wann. Wer senkrecht liest, sieht, was an einem bestimmten Datum parallel läuft. Bei jedem Bericht liest der Projektleiter darin die Abweichung zwischen den aktualisierten Terminen und dem Basisplan ab und erkennt die Vorgänge, die sich verschieben.

Das Ergebnis ist das Diagramm, abgeleitet aus dem Terminplanungsmodell des Projekts: der Datei der Planungssoftware mit den Vorgängen, ihren Dauern, ihren Abhängigkeiten und dem Kalender. Das Diagramm liegt in zwei Fassungen vor: als Basisplan (Baseline) und als aktueller Stand, der an jedem Stichtag nachgeführt wird, dem Datum, an dem man den Fortschritt erfasst. Der PMBOK Guide definiert den Basisplan als die genehmigte Fassung des Terminplanungsmodells, die als Vergleichsgrundlage für die Ist-Werte dient. Um ihn zu ändern, reicht der Projektleiter beim Ausschuss einen Änderungsantrag nach dem formalen Verfahren der Änderungssteuerung ein.

Der Vorgangsknotennetzplan legt die Abhängigkeiten zwischen den Vorgängen fest, und die Methode des kritischen Pfades leitet daraus die Termine und die Pufferzeiten ab. Ein Gantt-Diagramm ohne diese Berechnung reiht Wunschtermine auf. Nichts darin sagt, ob sie halten und was eine Verzögerung verschiebt.

Einsatz

Wann einsetzen

  • Terminplan für einen Ausschuss oder einen Auftraggeber: Phasen und Meilensteine auf einer Seite zeigen.
  • Aufeinanderfolgende Arbeiten mit festem Endtermin: IT-Migration, Umzug, Umsetzung einer gesetzlichen Vorgabe; die Abfolge bis zur Frist lesen.
  • Mehrere Teams oder Lieferanten parallel: sehen, wer wann arbeitet und welche Vorgänge sich überschneiden.
  • Periodischer Fortschrittsbericht: die aktualisierten Termine mit dem Basisplan vergleichen und verspätete Vorgänge erkennen.
  • Änderungsantrag zum Entscheid: dem Ausschuss die neu berechnete Wirkung auf die Meilensteine zeigen, bevor er entscheidet.
  • Umstellung über ein Wochenende: die Schritte der Inbetriebnahme und ihre Verantwortlichen Stunde für Stunde aneinanderreihen.

Wann nicht einsetzen

  • Kein berechneter Terminplan: Das Diagramm würde nur Wunschtermine zeichnen; die Abhängigkeiten in einem Vorgangsknotennetzplan festlegen, dann die Termine mit der Methode des kritischen Pfades berechnen.
  • Arbeit, die in jeder Iteration neu priorisiert wird: Die Balken kommen nicht nach; ein Backlog ordnen und den Fluss auf einem Kanban-Board verfolgen.
  • Meilensteine, die von Bericht zu Bericht wandern: Ein Gantt-Diagramm zeigt einen einzigen Stand; eine Meilensteintrendanalyse durchführen.

Beschreibung

Die Elemente des Diagramms

Jedes Element zeigt einen Wert aus dem Terminplanungsmodell oder aus dem Fortschrittsbericht an.

Die Elemente eines Gantt-Diagramms und die Herkunft des Werts, den jedes anzeigt.
ElementDarstellungHerkunft des Werts
ZeitachseWaagrecht, in Tage, Wochen oder Monate eingeteiltProjektkalender: Arbeitstage, Feiertage, Ferien
VorgangszeileEine je Vorgang, mit Code und NameVorgangsliste aus dem Projektstrukturplan (PSP)
BalkenVom Anfang bis zum Ende des Vorgangs; seine Länge gibt die Dauer anAus Dauern und Abhängigkeiten berechnete Termine
SammelbalkenUmfasst die Vorgänge einer Phase oder eines LiefergegenstandsProjektstrukturplan
MeilensteinRaute, Dauer nullMeilensteinliste: Entscheide, Lieferungen, Fristen
AbhängigkeitPfeil zwischen den Enden zweier BalkenVorgangsknotennetzplan
Kritischer PfadBalken in eigener Farbe und eigenem MusterMethode des kritischen Pfades
GesamtpufferzeitLinie, die den Balken bis zum spätesten Ende verlängertMethode des kritischen Pfades
BasisplanbalkenSchmaler Balken unter dem aktualisierten BalkenGenehmigter Basisplan des Terminplans
FortschrittSchattierter Teil des BalkensMeldung des Vorgangsverantwortlichen
StichtagSenkrechte LinieDatum der Fortschrittserfassung
RessourceName rechts vom BalkenRessourcenzuordnung

Der Projektkalender bestimmt die Länge der Balken. Ein Vorgang von zehn Arbeitstagen umfasst zwei Kalenderwochen, wenn kein Feiertag hineinfällt. Die Feiertage unterscheiden sich von Kanton zu Kanton: Der Bettagsmontag ist im Kanton Waadt ein Feiertag, im Kanton Zürich nicht. Ein Projekt an zwei Standorten führt einen Kalender je Standort oder je Ressource.

Ein Meilenstein markiert ein Ereignis ohne Dauer: einen Entscheid des Ausschusses, eine Lieferung, eine gesetzliche Frist. Die Pfeile übernehmen die vier Abhängigkeitstypen des Vorgangsknotennetzplans: Ende-Anfang, Anfang-Anfang, Ende-Ende und Anfang-Ende. Bei der häufigsten, der Ende-Anfang-Beziehung, führt der Pfeil vom Ende des Vorgängers zum Anfang des Nachfolgers. Die Software färbt den kritischen Pfad ein. Für farbenblinde Leser genügt die Farbe allein nicht; ein Muster oder ein dicker Rahmen gibt ihnen ein zweites Merkmal.

Das Diagramm erstellen

Die APM beschreibt, wie man das Terminplanungsmodell aufbaut: die Vorgänge auflisten, ihre Dauern schätzen, sie ordnen, die Abhängigkeiten setzen, die Ressourcen zuordnen. In Microsoft Project erfasst der Planer die Vorgänge in der Gantt-Ansicht, sodass das Diagramm die Termine scheinbar selbst erzeugt: Das Terminierungsmodul berechnet sie, die Ansicht zeichnet sie.

  1. Die Zielgruppe wählen. Der Ausschuss erhält einen Sammelbalken je Phase, mit den Meilensteinen. Ein Team liest seine Vorgänge der nächsten vier bis sechs Wochen, mit ihren Abhängigkeiten. Zeilen, bei denen der Leser nichts zu tun hat, verdecken ihm seine eigenen.
  2. Den Zeitmassstab wählen. Die Woche passt zu einem Projekt von einigen Monaten, der Monat zu einem mehrjährigen Programm, die Stunde zu einer Umstellung über ein Wochenende. Der Massstab bestimmt die kürzeste lesbare Dauer: Auf einer Achse in Monaten wird ein dreitägiger Vorgang zum Strich.
  3. Die Zeilen ordnen. Man folgt dem Projektstrukturplan, Phase um Phase oder Liefergegenstand um Liefergegenstand, dann innerhalb jeder Gruppe dem Anfangstermin. Der Leser findet einen Vorgang über seinen Liefergegenstand und sieht die Arbeiten einer Phase aufeinander folgen.
  4. Zeigen, was die Berechnung ergeben hat. Kritischer Pfad, Pufferzeiten und Abhängigkeiten erklären, warum ein Balken an seiner Stelle steht. Ohne sie weiss der Leser nicht, welcher Balken sich folgenlos verschieben kann.
  5. Den Basisplan festschreiben. Sobald der Terminplan genehmigt ist, speichert der Projektleiter den Basisplan: Die Software kopiert die Anfangs- und Endtermine jedes Vorgangs in ihre Basisplanfelder.
  6. An jedem Stichtag aktualisieren. Der Projektleiter erfasst die tatsächlichen Anfangs- und Endtermine, dann die Restdauer der laufenden Vorgänge. Die Software berechnet die Termine der folgenden Vorgänge neu, und das Diagramm zeigt die aktualisierten Termine neben dem Basisplan.

Den Fortschritt lesen

Der schattierte Teil eines Balkens gibt einen Fertigstellungsgrad in Prozent an. Diesen Prozentsatz schätzt der Vorgangsverantwortliche, und der Leser vergleicht ihn mit der verstrichenen Zeit. Ist ein Balken zur Hälfte schattiert, während drei Viertel seiner Dauer verstrichen sind, kündigt er einen Verzug an, sofern die Arbeit gleichmässig vorankommt. Die Restdauer sagt mehr als der Prozentsatz. Der Verantwortliche gibt an, wie viele Arbeitstage noch bleiben, und die Software leitet daraus den neuen Endtermin ab.

Die Linie des Stichtags teilt das Diagramm. Links davon sollte alle Arbeit erledigt sein: Ein nicht schattierter Teil dort ist verspätete Arbeit. Der Abstand zwischen dem Ende im Basisplan und dem aktualisierten Ende misst, wie weit sich der Vorgang verschoben hat.

W4W5W6W7W8W9Vorgang 1Vorgang 2Vorgang 3StichtagFortschrittslinie
Drei laufende Vorgänge am Ende der Woche 6. Der erste ist bis zum Stichtag schattiert. Der zweite lässt die Woche 6 links der Linie unschattiert: Er ist eine Woche im Verzug. Der dritte ist bis zum Ende der Woche 7 schattiert: Er ist eine Woche voraus. Die Fortschrittslinie verbindet den Stichtag mit dem Ende jeder Schattierung und knickt beim verspäteten Vorgang nach links ab.

Einen neuen Basisplan speichert der Projektleiter erst nach einer genehmigten Änderung: einem erweiterten Umfang, einem vom Auftraggeber verschobenen Endtermin. Wer den Basisplan ersetzt, um einen Verzug zu löschen, entfernt die Abweichung aus dem Diagramm und mit ihr die Spur des Verzugs. Die Programme bewahren mehrere Basispläne auf. Der Projektleiter behält den alten, um dem Ausschuss zu zeigen, woher der neue Termin kommt.

Was das Diagramm verbirgt

Zwei parallele Balken, beide derselben Analystin mit vollem Pensum zugewiesen, lasten sie während der Überschneidung zu 200% aus. Nichts an den Balken zeigt das an. Das Ressourcenhistogramm, das die meisten Programme unter dem Gantt-Diagramm anzeigen, macht diese Überlastung sichtbar. Der Kapazitätsabgleich löst sie, indem er Vorgänge verschiebt, oft auf Kosten des Endtermins.

Die Programme akzeptieren Einschränkungen wie "muss anfangen am": Der Vorgang bleibt auf seinem Termin, wenn sich sein Vorgänger verschiebt, und das Diagramm zeigt eine Überschneidung, welche die Logik verbietet. Der Planer behält Termineinschränkungen einer externen Frist vor, etwa einer Lieferantenlieferung oder einem gesetzlichen Datum. Er begründet jede Einschränkung schriftlich.

Ab einigen Dutzend Zeilen kann der Leser einen Balken nicht mehr bis zu seinem Nachfolger verfolgen. Einen Terminplan mit vierhundert Vorgängen liest man in Auszügen: gefiltert nach einem Team, nach dem kritischen Pfad oder nach den kommenden Wochen. Vollständig ausgedruckt bedeckt er eine Wand, und niemand liest ihn.

Das Gantt-Diagramm und benachbarte Techniken

Netzplan und Gantt-Diagramm enthalten dieselben Daten. Der Netzplan zeigt die Logik: wer auf wen wartet und durch welchen Zweig der kritische Pfad läuft. Das Gantt-Diagramm zeigt dieselben Vorgänge auf der Zeitachse.

Netzplan

StartEndeAAnforderungsanalyse3 Wo.BParametrierung4 Wo.CDatenmigration3 Wo.DAbnahmetests3 Wo.J2Inbetriebnahme

Gantt-Diagramm

W1W2W3W4W5W6W7W8W9W10AABBCCDDJ2
Dieselben vier Vorgänge links als Netzplan und rechts als Gantt-Diagramm. Der Netzplan trägt die Dauern und die Abhängigkeiten, aus denen die Berechnung die Termine ableitet. Das Gantt-Diagramm setzt diese Termine auf die Zeitachse.

Der PMBOK Guide nennt das Gantt-Diagramm unter den Ansätzen der Terminplanung, neben der Methode des kritischen Pfades, der kritischen Kette und Kanban. Er nennt auch eine Verzerrung, die man vor dem Team ansprechen sollte: die Annahme, ein Terminplan sei nur gültig, wenn er als softwaregeneriertes Gantt-Diagramm erscheint.

Die Meilensteintrendanalyse verfolgt einen anderen Gegenstand: den prognostizierten Termin jedes Meilensteins, bei jedem Bericht erfasst und in ein Diagramm eingetragen. Das Gantt-Diagramm zeigt die Prognose eines Berichts. Die Trendanalyse zeigt, wie sich diese Prognose von Bericht zu Bericht bewegt hat. Ein Meilenstein, der bei jedem Bericht um eine Woche zurückweicht, weist auf einen unrealistischen Terminplan hin.

Die Produkt-Roadmap setzt Themen auf eine grobe Zeitskala, in Quartalen oder Horizonten. Sie trägt keine terminierten Vorgänge.

Woher der Name kommt

Henry Gantt (1861-1919), amerikanischer Maschineningenieur, arbeitete zu Beginn seiner Laufbahn mit Frederick Taylor und war danach als beratender Ingenieur für wissenschaftliche Betriebsführung tätig. Seine Bücher Work, Wages, and Profits (1916) und Organizing for Work (1919) veröffentlichten seine Diagramme: Maschinenkarten, Prämiendiagramme, Produktionsblätter. Laut dem Planungshistoriker Patrick Weaver füllte man die meisten nach dem Arbeitstag aus, um die zugesagte mit der geleisteten Arbeit zu vergleichen.

In den Jahren 1917 und 1918 verfolgten das Frankford Arsenal und das Ordnance Department in Washington unter General William Crozier die Munitionsproduktion mit diesen Diagrammen. Der Name "Gantt chart" stammt aus dem Titel eines Buches von Wallace Clark, einem Mitarbeiter Gantts: The Gantt Chart: A Working Tool of Management, erschienen 1923. Gantt benannte seine Diagramme nach ihrem Zweck, etwa das Belastungsdiagramm (load chart).

Das Balkendiagramm auf einer Zeitachse ist älter. Weaver führt es auf Joseph Priestleys Chart of Biography (1765) und William Playfairs Handelsatlas (1786) zurück. 1896 ordnete der polnische Ingenieur Karol Adamiecki in seinem Harmonogramm die Vorgänge auf Papierstreifen entlang einer Datumsachse an, die Vorgänger links ihrer Nachfolger. Weaver folgert, dass Gantts Diagramme, die täglich Soll und Ist verglichen, der Earned-Value-Methode näherstehen als dem Balkenplan, der seinen Namen trägt.

KI-Überlegungen

Das Terminierungsmodul der Planungssoftware berechnet die Termine. Ein Sprachmodell berechnet sie schlecht: Es zählt Arbeitstage falsch und kennt die Feiertage des Projekts nicht. Ein Gantt-Diagramm, das es auf eigene Termine stützt, enthält Fehler, die nichts anzeigt.

Aus einem Projektstrukturplan oder den Notizen einer Planungssitzung schlägt das Sprachmodell im Importformat der Software eine Vorgangsliste vor, die das Team korrigiert. Es schreibt ein Diagramm in einer Textsyntax, Mermaid oder PlantUML, für eine Wiki-Seite. In einem exportierten Terminplan findet es Strukturfehler: Vorgänge ohne Vorgänger oder Nachfolger, Termineinschränkungen, Fortschrittswerte, die sich von einem Export zum nächsten nicht ändern. Es entwirft für den Ausschuss den Kommentar zu den Abweichungen vom Basisplan.

Die Dauern und die Abhängigkeiten bleiben Sache des Teams. Ein Sprachmodell schlägt plausible Werte für eine Arbeit vor, die es nicht kennt, und das Diagramm zeigt sie so scharf wie berechnete Termine. Ein Terminplan enthält zudem Lieferantennamen, Beträge und Vertragstermine. Das Team schickt ihn nicht ohne das Einverständnis des Datenschutzberaters an einen Onlinedienst.

Beispiele

Das Konzept: die Abweichung zwischen den aktualisierten Terminen und dem Basisplan, abgelesen an einem Stichtag. Eine Waadtländer Gemeinde ersetzt die Software ihrer Einwohnerkontrolle. Der Projektleiter erstellt den Bericht am Ende der Woche 6.

W1W2W3W4W5W6W7W8W9W10W11W12AnforderungsanalyseAnforderungen abgenommenParametrierungDatenmigrationAbnahmetestsInbetriebnahmeABCDStichtagAktualisiertBasisplanFortschrittMeilenstein
Terminplan für den Ersatz der Software der Einwohnerkontrolle am Ende der Woche 6. Jeder Vorgang trägt unter seinem aktualisierten Balken den schmalen Basisplanbalken. Die Parametrierung endet eine Woche nach ihrem Basisplan und verschiebt die Abnahmetests und die Inbetriebnahme um ebenso viel.

Der Balken der Parametrierung (B) ist bis zum Stichtag schattiert: Links der Linie erscheint keine verspätete Arbeit. Sein Basisplanbalken endet jedoch in Woche 7. Der Verantwortliche meldet zwei Wochen Restarbeit: Der aktualisierte Balken endet in Woche 8. Die Abnahmetests (D) warten auf das Ende der Parametrierung und der Datenmigration (C). Sie verschieben sich um eine Woche, und die Inbetriebnahme mit ihnen. Die Datenmigration, pünktlich abgeschlossen, holt nichts auf.

Visualisierungen

Der Lenkungsausschuss liest das Meilensteindiagramm, das nur die Rauten behält, jede mit ihrem Basisplantermin und ihrem aktualisierten Termin. Das Gantt-Diagramm für die Übersicht behält einen Balken je Phase. Das Gantt-Diagramm eines Teams umfasst die kommenden Wochen, mit Abhängigkeiten und Pufferzeiten.

Die Ansicht zur Fortschrittsverfolgung legt unter jeden Balken seinen Basisplanbalken. Manche Programme zeichnen zudem eine Fortschrittslinie. Sie geht vom Stichtag aus und verbindet das Ende des schattierten Teils jedes laufenden Vorgangs; wo die Arbeit im Verzug ist, knickt sie nach links ab.

Aufwand

DimensionStufeBegründung
VorbereitungGeringDas Terminplanungsmodell liefert die Daten; zu wählen bleiben Zielgruppe, Detaillierungsgrad und Massstab. Ohne Modell baut man zuerst den Netzplan auf.
DurchführungMittelAn jedem Stichtag holt der Projektleiter bei den Verantwortlichen die tatsächlichen Termine und die Restdauern ein.
DokumentationMittelJeder Basisplan bleibt archiviert, zusammen mit der genehmigten Änderung, die ihn ersetzt hat.

Werkzeuge

Ein Whiteboard oder ein kariertes Blatt genügt für einen ersten Terminplan in einer Sitzung: Die Teams verschieben dort die Balken. Verzögert sich ein Vorgang, rücken die Nachfolger dort nicht von selbst nach.

Eine Tabellenkalkulation zeichnet Balken über bedingte Formatierung. Sie eignet sich für einen Terminplan von einigen Dutzend Zeilen ohne Abhängigkeiten. Der Planer überträgt jede Verschiebung von Hand auf alle folgenden Termine.

Microsoft Project, Oracle Primavera P6 und die Open-Source-Software ProjectLibre berechnen die Termine und zeigen kritischen Pfad, Basisplan, Fortschritt und Ressourcenhistogramm. In Microsoft Project legt eine Ansicht zur Fortschrittsverfolgung den Basisplan unter den aktualisierten Balken. GanttProject, ebenfalls Open Source, genügt für ein kleines Projekt.

Werkzeuge für das Arbeitsmanagement wie Jira oder Smartsheet bieten eine Zeitleistenansicht mit Balken. Ihre Abhängigkeiten berechnen die Termine nicht immer neu. Der Planer prüft das, bevor er dort einen Terminplan mit vertraglicher Frist führt.

Mermaid und PlantUML beschreiben ein Gantt-Diagramm als Text, versioniert mit der Projektdokumentation.

Quellen

  • Gantt, Henry L. (1916), Work, Wages, and Profits, The Engineering Magazine Co., Ausgabe 1916 (Link zum Druck von 1919): Gantts Produktions- und Prämiendiagramme.
  • Gantt, Henry L. (1919), Organizing for Work, Harcourt, Brace and Howe: das zweite Buch, in dem Gantt seine Produktionsdiagramme veröffentlichte.
  • Weaver, Patrick (2012), "Henry L Gantt, 1861–1919: Debunking the myths", PM World Journal, Bd. I, Nr. 5: Gantts Praxis, der Einsatz seiner Diagramme 1917 und 1918, der Ursprung des Namens bei Wallace Clark und die älteren Balkendiagramme von Priestley bis Adamiecki.
  • Project Management Institute (2025), A Guide to the Project Management Body of Knowledge (PMBOK Guide), 8. Auflage: §2.3.3.6 Scheduling Approaches and Methods für den Platz des Diagramms unter den Ansätzen der Terminplanung; §2.6.3 Tailoring Considerations für die Verzerrung des als Gantt-Diagramm angezeigten Terminplans; Section 4, Einträge "Project schedule" und "Schedule baseline", für die Definition des Basisplans; Glossar, Eintrag "Gantt chart", für die Definition.
  • Association for Project Management, "What is a Gantt chart?": die praktische Definition, die Daten jedes Balkens und die Reihenfolge, in der man das Modell aufbaut.
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